Mavuno

Mavuno Improvement for Community relief and services ist eine seit 1993 bestehende Selbsthilfeorganisation von lokal ansässigen Kleinbauern in der Kagera Region und seit 22.11.1999 eine anerkannte, nicht gewinnorientierte Organisation. 411 regionale Kleinbauern (davon 224 Frauen und 187 Männer) sind Mitglied der Organisation und tragen durch ihre Mitgliedschaft finanziell dazu bei, dass viele Projekte auf Dauer installiert und getragen werden können. Mit dem Ziel die sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen der Menschen in der Region durch Selbsthilfeaktivitäten und Gemeinschaftsprojekte zu verbessern, konzentriert sich Mavuno auf sechs Projektschwerpunkte in aktuell zehn Dörfern in der Kagera Region.
Dazu gehören:
Landwirtschaftsprogramme (nachhaltige Agrarwirtschaft, Bienenhaltung, Gewächshäuser, Biogasanlagen)
Umweltschutzprojekte (Solarinstallationen, Aufforstungsprojekte) 
Wasserprojekte (Bau von Regenwassertanks, Solar-Wasser-Pump-und Bohr-Anlagen, Wasseranalysen, Bau von Sanitäranlagen) 
Lebensmittel- und Saatgutkontrolle (Aufklärung/Schulungen, Saatgut-Lagerung)
Kleinkreditprojekt
Bildungsprojekte (Needy Children Projekt, Mädchen-Sekundarschule).
43 Mitarbeiter mit den entsprechenden Qualifikationen/Professionen arbeiten für Mavuno innerhalb dieser Projekte.

Das Ziel und somit der seit den 80er Jahren geltende Grundgedanke ist die Vermittlung von Wissen zur Verbesserung der Lebenssituation. Durch die zusätzlichen Kenntnisse soll jede Einzelperson die eigene Verantwortung für die Gesellschaft erkennen und wahrnehmen.

Dies wird erreicht durch:

  • Seminare in den Bereichen Tierhaltung, Umwelt, Feldbewirtschaftung, Hygiene, Gesundheit und Ernährung
  • Feldbesuche bei den Bauern und Vor-Ort-Beratung
  • Vorgaben für Familien: Jede Familie sollte mindestens 500 Ananaspflanzen anbauen um die familiäre Situation durch deren Verkauf und Eigenverzehr (Vitamine) zu verbessern.
  • Bau eines Wassertanks für jede Familie und Einfassung der öffentlichen Quellen
  • ein Kleinkreditsystem, welches den Kleinbauern als Startkapital für Neuinvestitionen (Saatgut, Tierhaltung) dient und vor allem den Frauen die Familienversorgung erleichtert.
  • den Bau einer Dispensary zur Verbesserung der gesundheitlichen Situation
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Projekte und Angebote

Aufgrund der jahrelangen Erfahrung haben sich inzwischen viele Projekte und Angebote entwickelt, die von Mavuno geleitet und weiterentwickelt werden. Hier die aktuell wichtigsten:

Seit der Gründung von Mavuno sind Seminare ein Hauptteil der Wissensvermittlung. Begonnen wurde mit den "Grundwissenseminaren" über Boden/Feldbearbeitung, ökologisches arbeiten, Düngemethoden, Kompostherstellung, sowie im gesundheitlichen Bereich: Ernährungsaufklärung, Krankheitsbekämpfung, Hygienemaßnahmen (im Haus, Küche, Toilette), Nahrungsmittelzubereitung. Später wurde das Angebot erweitert für den Bereich Solartrockner, Bienenhaltung und Baumschule.

Die Wasserversorgung war besonders für die weit von der Wasserquelle gelegenen Dörfern ein großes Problem. Vor der Renovierung der Waterspring in Ihanda, die durch Mavuno ermöglicht wurde, waren Krankheiten durch verunreinigtes Wasser sehr häufig. Mit dem Bau von Wassertanks für Familien kann nun vor allem während der Regenzeit Wasser aufgefangen und im Tank gespeichert werden.    In diesem Bereich gibt es jedoch immer noch Bedarf neue Tanks zu bauen bzw. Reparaturen durchzuführen. Hierbei und auch im Bereich der Biogasanlagen bekommt Mavuno Unterstützung von den Ingenieuren ohne Grenzen.

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Seit Jahren erfolgreich läuft das Kleinkreditprogramm. Kreditgruppen bürgen gegenseitig füreinander, können damit ihre Vorhaben erfolgreich umsetzen, ihr Kapital erweitern und zahlen ihre Kredite zuverlässig zurück.

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Das Patenschaftsprojekt “Needy children” unterstützt Halbwaisen oder Vollwaisenkinder, die von Nachbarn/Angehörigen aufgenommen wurden. Mavuno wählte acht Primary Schulen in der näheren Umgebung aus und bat ein Schulkomitee ein, bestehend aus Eltern und Lehrer, um die Schicksale der Kinder nach "Prioritäten" einzuordnen und so besonders hilfsbedürftige Schüler herauszusuchen. Jede dieser Schulen gab eine Liste bei Mavuno ab. Diese Kinder können durch unser Patenschaftsprojekt unterstützt werden.

Die Secundary School in Chonyonyo für Mädchen startete 2015 mit dem ersten Jahrgang. Im Moment sind es drei Jahrgänge mit 160 Schülerinnen zwischen 14 und 18 Jahren. In Zukunft soll die Internatsschule bis zu Form 6 (~13. Klasse) ausgebaut werden, sodass sich die Schülerinnen für ein Universitätsstudium qualifizieren können.
Ziel ist es, Mädchen eine gute Bildung zu ermöglichen, die der Schlüssel zum Wohlstand von Familien und Gesellschaft ist.
Schwangere Mädchen werden in Tansania vom Schulbesuch ausgeschlossen. Diese werden in Chonyonyo weiterhin in die Schule gehen dürfen, dazu bekommt MAVUNO eine spezielle Erlaubnis von der Regierung, um dies so durchführen zu dürfen. Für diese Mädchen soll es ein spezielles Programm geben und für ältere auch Erwachsenenbildung. Daneben gibt es ein Haus, das behindertengerecht ausgestattet ist.
Neben dem typischen Schulwissen lernen die Mädchen auch viel praktisches Wissen, beispielsweise über nachhaltige Landwirtschaft, Energiegewinnung, Hygiene und Gesundheit. Sie sollen sich somit zu selbstständigen und selbstbewussten Frauen entwickeln.
An "Social Evenings" können die Mädchen ihre Talente zum besten geben. Neben Singen und Tanzen steht oft auch eine Modenschau auf dem Programm, wo unglaubliche, aus Bettlaken zusammengepinnte Abendkleider präsentiert werden.

Aktuelle Fotos zeigen

Schülerinnen bei einem Workshop wie Bienen gehalten und Honig produziert wird.

Schülerinnen beim Sport - neben Fußball spielen die Mädchen gerne Netball oder Volleyball; egal bei welcher Sportart: Gesungen
und angefeuert wird immer!!